2022 – Das Jahr der europäischen Jugend

Gemeinsam Zukunft gestalten

Das Jahr 2022 ist das Europäische Jahr der Jugend. Das Europäische Union verfolgt damit vier Ziele: 1. Die Schaffung neuer Perspektiven für die Jugend, insbesondere nach den negativen Auswirkungen der Pandemie auf junge Menschen. Dabei sollen auch die Chancen des ökologischen und digitalen Wandels hervorgehoben werden. 2. Vor allem junge Menschen mit geringeren Chancen und aus besonders schutzbedürftigen Gruppen sollen gefördert werden. 3. Jugendliche sollen ein besseres Verständnis für die Möglichkeiten der persönlichen, sozialen, wirtschaftlichen und beruflichen Entwicklung erhalten. 4. Die Jugendperspektive soll auf allen Ebenen in die Politikgestaltung mit einbezogen werden.
Alles, was in diesem Jahr angelegt wird, soll eine langfristige Wirkung über 2022 hinaus haben.

 

Die Jugend wird gefragt

Schon früh sollte die Jugend an der Gestaltung dieses Jahres beteiligt werden. Im Herbst startete die EU eine Umfrage um herauszufinden, welche Themen für die jungen Menschen wichtig sind. 5.000 Jugendliche beteiligten sich – die Themen, die dabei genannt wurden, sind nicht neu: Bildung, Klimawandel und Umweltschutz, (psychische) Gesundheit, Inklusion, Arbeitsmarkt/Arbeitslosigkeit, Europa und die Welt, europäische Werte, Migration, Digitalisierung. Die Mehrheit der Teilnehmenden möchte sich aktiv am Europäischen Jahr der Jugend beteiligen.

 

Und täglich grüßt das Murmeltier?

Wenn ich diese Forderungen und die Veröffentlichungen der EU lese, geht es mir fast so wie Bill Murray im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Wie oft habe ich diese Themen und die Forderung nach Beteiligung schon in Anträgen, Pressemeldungen und Gesprächen in der Evangelischen Jugend in Bayern gelesen? Wie oft habe ich die Frustration der engagierten Ehrenamtlichen miterlebt, die immer wieder neu reden, bitten, erklären, begründen, fordern und sich rechtfertigen mussten?

 

Gemeinsamer Perspektivwechsel

Ich wünsche mir so sehr, dass es diesmal anders ist. Vielleicht haben die Pandemie, der Klimawandel, die vielen engagierten Jugendlichen in ganz Europa, die sich für ihre Zukunft einsetzen, die sich deutlich Gehör verschaffen, die sich wählen lassen, dazu beigetragen, dass junge Menschen mit ihren Bedürfnissen und Themen ernst genommen werden. Ich wünsche mir so sehr, dass ein Perspektivwechsel stattfindet, hin zu einem gemeinsamen Gestalten aller Generationen.

Wahrscheinlich liegt es aber an uns allen, was aus diesem Jahr der Jugend wird. Wenn sich alle ernsthaft beteiligen, spielt vielleicht der Wecker nicht mehr jeden Morgen die gleiche Melodie, so wie im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Der Kreislauf wird durchbrochen, mit der Aussicht, gemeinsam Zukunft zu gestalten.

 

Ute Markel
Zett-Redaktion

 

„Weil wir was zu sagen haben“ – Ein Video-Beitrag

Jugendliche der Evang.  Jugend Nürnberg haben zum Europäischen Jahr der Jugend ihre Meinung geäußert.

 

Weiterführende Links:

https://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20211210IPR19216/europaisches-jahr-der-jugend-2022-zur-starkung-junger-menschen

https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/europaeisches-jahr-der-jugend-1971544

https://germany.representation.ec.europa.eu/news/eu-erzielt-einigung-zum-europaischen-jahr-der-jugend-2022-2021-12-07_de

 

Foto: iStock/Nicolas Garatt