Demokratie in ihrer Vielfalt
Ein Wochenende der EJ Erlangen mit theoretischen Impulsen und praktischer Umsetzung
Wie kann das Thema „Demokratie“ in ihrer Vielfalt erlebbar und für die Jugendarbeit fruchtbar gemacht werden? Am Dekanatsjugendkonvent der Evang. Jugend Erlangen setzten sich die Teilnehmenden aktiv mit den Inhalten auseinander und trugen mit Diskussionen und in den Gruppenarbeiten wesentlich zum Gelingen des Wochenendes bei. Die Methodenvielfalt ermöglichte es, das Thema „Demokratie“ facettenreich und niedrigschwellig zu bearbeiten.
Planspiel zu demokratischen Entscheidungsprozessen
Vor welchen Gefahren muss sich eine Demokratie schützen? In einem Planspiel mussten diese erkannt und verhindert werden. Die Demokraken und die Olafschollen als Parteien der Legislative und die Noctijura als Exekutive mussten das Parlament vor den Republiktilien schützen, die ein autoritäres Regime aufbauen wollten. Währenddessen sorgten Beuteschnabler mit Lobbyismus dafür, dass sich einzelne Parteimitglieder plötzlich nicht mehr vertrauen konnten.
Argumentations- und Diskussionskompetenz
Die nötigen rhetorischen Fähigkeiten eigneten sich die Ehrenamtlichen in einem Diskussionsworkshop an. Ausgehend von Scheinargumenten verschiedener Politiker, lernten die Teilnehmenden den Aufbau einer fairen, guten Argumentation und verglichen verschiedene Argumenttypen und deren Argumentationsstärke. Dabei durften sie auch selbst Scheinargumente formulieren und erlebten dadurch, wie einfach diese in die Welt gesetzt werden können.
Kein Platz für Hate
Wer kennt sie nicht, die typischen Stammtischparolen und verletzende Sprüche im Alltag? Die Teilnehmenden besprachen, warum Menschen solche Aussagen benutzen und wie man ruhig und selbstbewusst darauf reagieren kann. Dafür schauten sie sich unterschiedliche Gesprächsstrategien an, die helfen können. Zum Beispiel Fragen stellen, statt dagegen zu argumentieren, um das Gegenüber zum Nachdenken über die eigenen Aussagen zu bringen oder Pauschalisierungen auflösen und auf der konkreten und persönlichen Ebene bleiben (z.B. Was bedeutet das für dein Leben? Wie würdest du persönlich das machen?). In kurzen Rollenspielen konnten alle ausprobieren, welche Strategien im Gespräch wirklich helfen.
Bubble Crasher
Den Teilnehmenden wurde das Bewusstsein für die eigenen Bubbles vermittelt, indem die Filterblasen ermittelt, untersucht und gegenübergestellt gestellt wurden. Sie näherten sich den eigenen Bubbles, indem sie z.B. anhand verschiedener Themen überlegten, in welchen Gruppen sie über diese Themen sprechen und in welchen nicht (z.B. Freundeskreis, Schule, EJ, Sportverein). Zudem tauschten sie sich über ihre Bubble-Beobachtungen aus und weiteten den Blick für andere Perspektiven.
Mutig neue Schritte gehen
Mit dem geistlichen Impuls „Mutig neue Schritte gehen“ wird das Thema „Demokratie in seiner Vielfalt“ abgerundet. Im Gottesdienst erfahren die jungen Menschen Zuspruch, reflektieren ihre eigene Verantwortung für andere Menschen und die Demokratie und werden ermutigt sich zu engagieren.
Sabine Wendler
Dekanatsjugendreferentin in Erlangen
Foto oben: EJ Erlangen
Love-Strom statt Hate Speech
Mit der Aktion „Love-Strom“ setzt sich die Evangelische Jugend in Bayern für Zivilcourage im digitalen Raum ein und ruft alle auf, sich an der Aktion zu beteiligen. Im zettMagazin-Beitrag Gelebte Zivilcourage im digitalen Raum – zettMagazin spricht Victoria Altschäffel, Referentin für Jugendpolitik über die Bedeutung dieser Aktion.