Engagement bringt Veränderung, Freude und Freunde

Jugendsynodale kommen zu Wort

Im Dezember werden die Landessynodal:innen für die kommende Wahlperiode gewählt. Kilian Deyerl, Julia Fuchs und Jan Götz waren als Jugendsynodal:innen in den vergangenen sechs Jahren die Stimme der EJB in der Landesynode. Johanna Kropf, Ehrenamtliche in der Landesjugendkammer hat sie befragt: Was hat euch geprägt in den letzten sechs Jahren?, Was gebt ihr jungen Menschen mit?, Was konntet ihr verändern? , Was bringt Engagement?

 

Julia Fuchs

Wenn mich etwas in den letzten Jahren geprägt hat, dann waren es Veränderungen. Vieles hat sich verändert: Mein privates Umfeld, meine berufliche Situation, mein Lebensmittelpunkt und natürlich auch mein Ehrenamt und die evangelische Kirche. In den letzten Jahren ist inhaltlich und strukturell viel passiert und wieder verschwunden. Ständig wird etwas Neues oder Altes aufgegriffen und verschwindet wieder. Es war eine Zeit des Wandels und das wird es auch noch weiterhin bleiben. Man muss sich immer wieder neu anpassen und auf neue Gegebenheiten reagieren, in neue Themen einarbeiten und neue Perspektiven einnehmen.

 

Wir können uns verändern.

Aber genau das zeigt auch, dass wir uns verändern können, wenn wir wollen. Und wenn wir uns engagieren, können wir gestalten. Manchmal ist das System träge, aber ich habe oft erlebt, dass schon eine kritische Frage genügt, um etwas ins Rollen zu bringen. Man braucht keine großen Erfahrungen, kein Studium der Geisteswissenschaften. Vor allem braucht man den Mut, Dinge zu hinterfragen. Die Rhetorik kommt mit der Zeit – und inhaltlich wurde ich zum Glück oft bestens und hochkompetent ergänzt.

 

Meine Stimme kann etwas bewirken.

Mich haben auch viele Menschen in der Synode geprägt. Viele von ihnen haben beeindruckende Fähigkeiten und der Austausch mit ihnen hat mir wichtige Impulse gegeben. Ich konnte viel lernen, vor allem in Bezug auf Selbstvertrauen, das Zusammenspiel von verschiedenen Menschen und Gruppen in unserer Gesellschaft. Mitgenommen habe ich auch, dass meine Stimme etwas bewirken kann.

 

Mein Antrieb: Ich habe die EJB repräsentiert.

Auch wenn es manchmal schwer war, Zeit für alles zu finden: Ich habe nicht nur mich selbst repräsentiert, sondern die evangelische Jugend in Bayern. Das war immer mein Antrieb in letzter Instanz, nach langen Gesprächen wieder um 7 Uhr zum Frühstück mit dem Landesbischof aufzustehen. Engagement bedeutet für mich vor allem Sichtbarkeit, Sichtbarkeit junger Menschen, die eigene Ideen und Visionen mitbringen.

Wir haben erreicht, als Antrieb wahrgenommen zu werden, manchmal positiv, manchmal kritisch. Aber auf jeden Fall sichtbar. Und das zählt.

 

Meine Kernpunkte

Alles verändert sich und schafft dadurch neue Räume für neue und alte Ideen. Daraus schließe ich, dass man immer etwas ändern kann, auch wenn die Hoffnung noch so klein ist, weil es verändert sich ja sowieso, und im besten Fall kann man mit Engagement das „wie“ beeinflussen. Wir haben erreicht, als Antrieb wahrgenommen zu werden, manchmal positiv, manchmal kritisch. Aber auf jeden Fall sichtbar.

 

Kilian Deyerl

Mir war in meiner gesamten EJ-Laufbahn mega wichtig, dass ich mich in Ämter wählen lasse, wenn ich die Überzeugung habe, dass ich mit dem Amt etwas zum Besseren verändern kann bzw. Ziele verfolgen kann (z.B. eine Kirche, die sich für das Ehrenamt stark macht, eine Kirche, die nicht ihre Verantwortung in der Gesellschaft vergisst, eine Kirche, die sich offen zeigt und Diskriminierung abbaut, eine Kirche, die ihre Verwaltung effizient aufstellt, um der eigentlichen Arbeit gemeinsam Glauben, Hoffen, Lieben und Gemeinschaft sein besser nachkommen kann).

 

Mein Engagement braucht Hoffnung.

Mein Engagement braucht die Hoffnung, dass diese Welt nicht festgeschrieben ist, sondern noch veränderbar und wir gemeinsam was bewegen können. Mein Engagement folgt aus der Annahme, dass ich einen Unterschied machen kann, z.B. ein Antrag oder eine Gesetzesänderung wirklich dazu beiträgt, dass die Kirche besser ihrem Auftrag gerecht wird. Ich hab zumindest einmal ein Gesetz eingebracht (Amtszeit von Bischöfen), das hätte ich ohne Stimmrecht nicht machen können und Gesetz ist Königsdisziplin der Synodalen.

 

Engagement ist manchmal ganz schön anstrengend.

Mit Engagement geht auch Verantwortung einher. Manchmal muss man für die Entscheidungen, die getroffen wurden, auch gerade stehen, z.B. keine Förderung mehr für das Haus in Josefstal, die Schließung von Wildbad.

Engagement ist manchmal ganz schön anstrengend und man stellt sich immer wieder die Frage: Warum mache ich das gerade eigentlich? Dann ist es gut, sich nochmal zu vergegenwärtigen. Was traue ich mir zu? Wo sehe ich meine Verantwortung? Was möchte ich mit meinem Beitrag erreichen?

 

Jan Götz

Mich hat vor allem der Wille geprägt, diese Kirche positiv zu verändern. Die Synode stand die letzten sechs Jahre vor den enormen Herausforderungen. Gerade schwindendes Personal, Finanzen und Mitglieder stellten uns vor immer neue Aufgaben. Dabei stand aber eins immer im Vordergrund: Wir alle wollten an dieser Kirche arbeiten. Genau dieser starke Veränderungswille und die Offenheit für Neues haben mich geprägt.

 

Bringt euch ein und seid laut!

Auch wenn manches so aussieht, als könne man es gar nicht ändern, lässt sich dann doch vieles machen! Vernetzt euch, sprecht euch ab und habt natürlich auch Spaß an der Sache!

 

Wir konnten die Sicht auf junge Menschen in der Synode verändern!

Als erste Jugendsynodale mit Stimmrecht, haben wir das ordentlich ausgenutzt. Hierfür sind wir unseren Vorgänger:innenunglaublich dankbar! Mehrfach haben wir Anträge (mit-)eingebracht und Kilian Deyerl sogar eine Vorlage für eine Gesetzesänderung. Das gab es vorher nicht und war auch für alle anderen Synodale eine absolute Neuheit! Am stolzesten bin ich darauf, dass wir nun endlich die Ehe für ALLE haben! Allerdings ist das keinesfalls unser alleiniger Verdienst! Hier waren sehr viele großartige andere Synodale beteiligt!

 

Engagement bringt Veränderung, Freude und Freunde!

Nur wer sich engagiert kann Dinge verändern und anderen Menschen, oder sich selbst eine Freude machen! Wir haben so viele coole Dinge in den sechs Jahren erlebt, große Veränderungen angestoßen, und wahre Freundschaften geschlossen! Das alles, wäre uns nicht passiert, wenn wir uns nicht engagiert hätten.

 

Ein ganz großes DANKESCHÖN für Euer Engagement für die Evangelische Jugend in Bayern.

 

Johanna Kropf

Ehrenamtliche in der Landesjugendkammer

 

Foto oben: elkb/MCK
Portrait-Fotos: privat