Fastnacht, Karneval, Fasching

Die fünfte Jahreszeit – und dann die Fastenzeit

 

Lustige, schunkelnde, singende und verkleidete Menschen, schaurige Masken, Gardetänze, Büttenreden, Faschingsumzüge – es ist Fastnacht, Karneval oder die fünfte Jahreszeit.

 

Warum Fasching?

Das Wort „Fastnacht“ entstand aus dem mittelhochdeutschen Begriff „vas(t)(en)nacht“, was die „Nacht vor dem Fasten“ bedeutet. Das Wort „Karneval“ ist erst seit dem 17. Jahrhundert belegt. Es könnte von dem italienischen Wort „carnevale“ abstammen, was in etwa „Fleisch, lebe wohl“ heißt. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass das Wort noch ältere Wurzeln hat: Das lateinische „carrus navalis“ bezeichnet ein „Narrenschiff“, das bei feierlichen Umzügen mitgeführt wurde.

Schon die alten Germanen trugen Masken und Tierfelle, um mit viel Mummenschanz die bösen Geister zu vertreiben und die guten Geister zu erwecken, damit sie den Frühling bringen. Auch in den Kulturen des Mittelmeerraumes lassen sich ähnliche Feste, die meist mit dem Erwachen der Natur im Frühling in Zusammenhang stehen, nachweisen: In Ägypten feierte man ein ausgelassenes Fest zu Ehren der Göttin Isis, die Griechen veranstalteten es für ihren Gott Dionysos und die Römer schließlich feierten die Saturnalien zu Ehren ihres Gottes Saturnus.

 

Noch einmal feiern!

Weil früher in den Fastenzeiten die Menschen auf vieles verzichten mussten, wurden in den Tagen vor Aschermittwoch die „tollen Tage“ ausgerufen, an denen man nochmal ausgiebig essen, trinken und feiern konnte. Mit Tanz, Spiel, Umzügen und Verkleidungen wird die „bestehende Ordnung“ außer Kraft gesetzt. Elferrat und Prinzenpaare übernehmen das Kommando. In Büttenreden durfte man über Alles und Jedes schimpfen als Reaktion auf die Besatzungsmächte im 19. Jahrhundert.

 

Dann ist es vorbei.

Am Aschermittwoch ist alles vorbei! Die Narrenherrscher sind entmachtet, die Fastenzeit, die Vorbereitungszeit auf Ostern, beginnt. Der Fasching ist eigentlich ein Abschiedsfest, dessen Termin von seinem Ende her bestimmt wird. Auf die Albernheiten und Vergnügungen folgt die Stille der Fastenzeit, die Passionszeit, die auf Ostern hinweist.

 

Allen Faschingsbegeisterten wünschen wir noch frohe närrische Tage. Passt auf Euch auf und bleibt gesund!

 

Ute Markel
zett-Redaktion

 

Und hier noch eine Gute-Laune-Faschings-Brause.