25-jähriges Jubiläum des FÖJ

FÖJ hinterlässt Spuren

25 Jahre Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) in Bayern

 

„Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, dachten sich die Einsatzstellen des Freiwilligen Ökologischen Jahres und holten ihr 25-jähriges Jubiläum nach.

 

Die Freiwilligen des Jubiläumjahrs 2020 bis 2021 luden Umweltminister Thorsten Glauber sowie die Landtagsabgeordneten Barbara Becker (CSU) und Ruth Müller (SPD) zu einem „Speeddating“ ein. In kleinen Gesprächsrunden berichteten sie über ihre Erfahrungen im FÖJ und darüber, welche Spuren ihr Engagement für sie persönlich, für die Umwelt und für die Gesellschaft hinterlässt.

 

Start des FÖJ am 1. September 1995

Am 1. September 1995 starteten erstmals 64 junge Menschen in den Einsatzstellen des Freiwilligen Ökologischen Jahres. Heute sind es etwa 200 Freiwillige, die sich ein Jahr lang in Trägerschaft der Jugendorganisation Bund Naturschutz (JBN), der Evangelischen Jugend in Bayern (EJB) und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) für Ökologie und Umweltschutz engagieren. Hannes (19 Jahre) zum Beispiel, er arbeitet in einer Umwelteinrichtung im Allgäu: „Nach der Schule wusste ich gar nicht, was ich machen soll. Das FÖJ hat mir geholfen, Klarheit zu gewinnen und es macht Spaß, etwas Sinnvolles zu tun.“ Für Hannah (19 Jahre) aus Tutzing lohnt sich auf jeden Fall so ein Jahr. „Das FÖJ ist ein Privileg, weil man neue Erfahrungen sammeln kann.“ Keiner macht das Freiwillige Jahr wegen Geld, sondern aus Leidenschaft.

 

Die Freiwilligen fordern eine Anpassung des Taschengeldes.

Die Jugendlichen bekommen ein Taschengeld in Höhe von 180 Euro. Damit kann man gut auskommen, wenn man bei den Eltern lebt oder die Einrichtung Unterkunft und Verpflegung stellt. Das ist aber nicht überall der Fall, dann bekommen sie 680 Euro. „Das reicht aber nicht“, sagt Hannah. Wenn man in München oder in einer anderen Stadt lebt und eine Wohnung oder ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft sucht, brauche es mehr Geld. Die Freiwilligen fordern eine Anpassung. Für den Anfang wäre eine Erhöhung von 200 Euro ausreichend. Und bescheiden, wie die jungen Menschen sind, würde es nach ihrer Meinung reichen, wenn man dafür einen Antrag stellen könne. Das Geld müsse allerdings unbürokratisch und schnell ausgezahlt werden.

 

Freie Fahrt für’s FÖJ

Mit einer weiteren Forderung konfrontieren die jungen Engagierten die Politiker: „Freie Fahrt für das FÖJ!“ Wer bei der Bundeswehr seinen Dienst macht, kann in Uniform kostenfrei mit der Bahn durch Deutschland fahren. „Wir engagieren uns freiwillig und bekommen nicht mal das Geld, um zur Arbeit zu fahren“, sagt Hannah. Das sei ungerecht. Und Hannes fügt hinzu: „Wenn ich aus dem Allgäu zu meinen Eltern nach Norddeutschland fahre, sprengt das meinen Verfügungsrahmen.“ Die Mindestforderung heißt: Freie Fahrt zur Arbeitsstelle. In der nächsten Stufe soll die Fahrt im ÖPV und später bayernweit – auch in allen Zügen der Bahn – möglich sein.

 

Umweltminister Glauber verspricht, diese Forderungen nach einer besseren Kostenausstattung und nach einem freien Ticket mit ins Ministerium zu nehmen. Die Jugendlichen schenken ihm zum Abschluss symbolisch einen Frosch, das Logo des Freiwilligen Ökologischen Jahres. Damit solle er sich auch in 25 Jahren an das FÖJ erinnern. Thorsten Glauber bedankt sich bei allen Engagierten im FÖJ. An die Einsatzstellen gerichtet sagt er: „Ich bin froh, dass sie die jungen Menschen während der Pandemie nicht vom Radar verloren haben, sondern dass alle gemeinsam weitere Spuren gelegt haben.“

 

Christina Frey-Scholz