Gemeinsam Veränderungen schaffen
Unser Engagement zu den 16 Days of Activism
Wir sind überzeugt davon, dass Glauben auch Verantwortung für Gerechtigkeit bedeutet. In den Tagen vom 25. November bis zum 10. Dezember, die dieses Jahr im Zeichen globaler Solidarität gegen geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen und Mädchen im digitalen Raum stehen, haben wir erlebt, wie junge Aktivist:innen gemeinsam ihre Stimmen erheben, Ungerechtigkeit, Gewalt und Verdrängung aus digitalen Räumen verurteilen, im Gebet Gewalt anerkennen und betrauern, Entscheidungsträger:innen verantwortlich halten und solidarisch Schritte für konkretes Engagement austauschen.
Täglich Geschichten, Fotos und Stimmen aus der ganzen Welt
Unter dem Motto #16DaysOfActivism haben wir mit jungen Menschen des Lutherischen Weltbunds täglich Geschichten, Fotos und Stimmen aus der ganzen Welt auf Social Media (Instagram) geteilt – von Gemeinschaften, die sich entschieden haben, nicht länger wegzuschauen, sondern sich gemeinsam für eine gerechte Welt für Alle einzusetzen. Cybermobbing, digitale Überwachung, sexualisierte Gewalt im Netz – diese Themen gehen nah. Doch sie sichtbar zu machen, war unser gemeinsames Ziel.
16-Stunden-Gebetswache
Ein besonderer Moment war unsere 16-Stunden-Gebetswache, bei der Menschen aus allen Kontinenten virtuell zusammenkamen. Drei dieser Stunden durfte Kai Langer leiten. In dieser Zeit wurde deutlich, dass persönliche Zeugnisse keine bloßen Geschichten sind. Sie erinnern daran, dass jede betroffene Person eine Stimme hat, die gehört werden muss. Sie haben ein Leben, welches einen Bruch erfahren hat und trotzdem weitergeht, ein Recht hat, ernst genommen und gestärkt zu werden. Wir lasen Psalmen, hielten Schweigeminuten, beteten füreinander.
Genug ist genug!
Wir sprachen über die Hoffnung, die darin liegt, wenn Menschen gemeinsam sagen: Genug ist genug. Gemeinsam können wir Veränderung schaffen. Die digitale Welt kann verletzen, aber sie kann auch verbinden. Genau das wollten wir während dieser Tage zeigen. Für uns war diese Kampagne mehr als ein Projekt. Sie war ein Lernweg, wie Kirche im digitalen Raum präsent und relevant sein kann. Es ging darum, Bewusstsein zu schaffen – nicht nur für Gewalt, sondern auch für Solidarität, Zuhören und Sichtbarkeit. Wir hoffen, dass dieses Engagement weitergeht, dass Kirchen, Jugendgruppen und Einzelne weiterhin laut bleiben – online wie offline. Denn digitale Gewalt endet nicht mit einem Klick. Aber mit jedem Wort, jedem Gebet, jeder geteilten Geschichte beginnt Veränderung.
Kai Langer, Delegierter der Evang. Jugend in Bayern im Jugendausschuss des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbunds
Christina Kwade, Jugendbeauftrage des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbunds
Grafik oben: Gender Rose Projekt der LWF Youth im Rahmen der UN-Kampagne 16 Days of Activism against Gender-Based Violence
Foto oben: Gemeinsamer Start der 16-stündigen Gebetswache mit jungen Menschen aus der ganzen Welt (Foto: Christina Kwade)