Glauben zwischen Zweifel, Zuversicht und TikTok

Die neue zett zum Thema „Spiritualität & Glauben“

Was bedeutet es, heute zu glauben? Welche Rolle spielen Spiritualität, Gemeinschaft und religiöse Rituale im Leben junger Menschen? Und wie verändern digitale Medien die Art und Weise, wie Glaube geteilt und gelebt wird? Diese und viele weitere Fragen stellt die aktuelle Ausgabe der zett – Zeitung für evangelische Jugendarbeit in Bayern unter dem Themenschwerpunkt „Spiritualität & Glauben“.

 

Content Creatorin Daniela-Marlin Jakobi erzählt von ihrem Ausstieg aus einer Freikirche und der Suche nach einem befreiten Glauben.

Im Mittelpunkt steht ein sehr persönlicher Leitartikel von Daniela-Marlin Jakobi, feministische Christin und Content Creatorin. Sie berichtet eindrücklich von ihrem inneren Ringen mit fundamentalen Glaubenszweifeln, dem Ausstieg aus einer freikirchlichen Gemeinde und der mutigen Entscheidung, öffentlich über ihre Erfahrungen zu sprechen. Ihre Worte sind ein starkes Plädoyer für einen reflektierten und inklusiven Glauben, der Unsicherheit aushält: „Mir ist es lieber, keine Antwort zu haben, als eine dualistische Antwort, die Nuancen ignoriert und damit Menschen unrecht tut.“ Jakobi beschreibt eindrucksvoll den Weg von der Krise hin zu einer selbstbestimmten und heilsamen Glaubenspraxis – und gibt damit vielen jungen Menschen eine Stimme, die sich mit einfachen Wahrheiten nicht zufriedengeben.

Religiöse Sozialisation im Wandel: Religionswissenschaftlerin Anna Neumaier analysiert, wie TikTok, Konfirmation und gesellschaftspolitische Trends das Glaubensleben junger Menschen prägen.

Begleitet wird ihr Erfahrungsbericht von einer religionswissenschaftlichen Einordnung durch Prof. Dr. Anna Neumaier von der Ruhr-Universität Bochum. In ihrem Beitrag beleuchtet sie aktuelle Trends religiöser Sozialisation: „Forschungen zeigen: Die traditionellen Instanzen bleiben bestehen, aber sie werden durch neue Angebote ergänzt.“ Zwischen TikTok, Tradwives und Konfirmandenunterricht zeigt Neumaier auf, wie sich religiöse Bildung heute verändert – subtil, alltagsnah und häufig eng verwoben mit gesellschaftspolitischen Themen. Dabei sei Familie als Lernort des Glaubens immer noch entscheidend und die 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung zeige zudem, dass in der Wahrnehmung religiöser Erwachsener die Konfirmation als wichtigste sozialisatorische Instanz empfunden werde, gefolgt von der Mutter, dem Religionsunterricht, dem Vater und Jugendgruppen von Kirchen.

Spirituelle Vielfalt in der Praxis: Vom Club-Abendmahl über Jugendkirche bis zur Naturspiritualität – die zett zeigt, wie junge Menschen heute ihren Glauben leben.

Die aktuelle zett-Ausgabe macht deutlich: Junge Menschen glauben anders – nicht weniger. Spirituelle Erfahrungen entstehen oft außerhalb klassischer Kirchenräume: beim Agapemahl in der Weidenkirche, bei Bibelyoga auf dem Landesjugendkonvent, in der Club-Atmosphäre des neuen Abendmahlsformats Mysterion oder beim gemeinsamen Schweigen im Wald. Praxisberichte aus ganz Bayern zeigen, wie vielfältig und kreativ junge Menschen ihren Glauben heute gestalten. Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf der Zielgruppe junger Erwachsener: Die EJB fordert, ihnen wieder stärker Räume und Angebote zu eröffnen – als Antwort auf gesellschaftliche Umbrüche und den Wunsch nach Sinn, Gemeinschaft und spiritueller Orientierung.

 

Patrick Wolf
Referent #Kommunikation #Öffentlichkeitsarbeit #ejb

 

zett zum Online lesen: zett.ejb.de

Die zett erscheint viermal im Jahr und richtet sich an Haupt- und Ehrenamtliche in der evangelischen Jugendarbeit. Die nächste Ausgabe erscheint im Oktober 2025 und widmet sich dem Thema EJB-Prozess – einem partizipativen Zukunftsprozess im Jugendverband.

 

Veröffentlichte Beiträge in zettMagazin

Zwischen TikTok, Tradwives und der Konfirmation. Trends gegenwärtiger religiöser Sozialisation. Ein Artikel von Prof. Dr. Anna Neumaier

Zwischen Zweifel und Zuversicht. Wie junge Menschen heute glauben. Ein Artikel von Daniela-Marlin Jakobi

 

Fotos oben: W. Noack
Porträt Mitte: Johanna Degenstein
Porträt unten: Michael Schwettmann