Betendes Mädchen

Ich glaube, hilf meinem Unglauben!

Gedanken zur Jahreslosung 2021

 

Unglaube hat viele Namen. Ungerechtigkeit, Unfrieden, Ausgrenzung, Rassismus, Hass, Zynismus. Er kommt auch so daher. Da lässt sich nichts ändern. Das war schon immer so. Die Menschheit wird nie klug werden. Die da oben machen doch sowieso, was sie wollen. Ich kann doch nicht die ganze Welt retten. Unglaube kann auch die Leugnung allzu bekannter wissenschaftlicher Erkenntnisse sein. Das mit dem Klimawandel – das glaub ich nicht, das ist doch alles übertrieben. Es gibt so vieles, was meinen Glauben in Frage stellt, so vieles, was mich zur Verzweiflung bringt, so vieles, was mich in die Resignation zu treiben droht. Kann ich da glauben, kann ich da vertrauen, kann ich da hoffen? Ich merke, wie nah mir plötzlich dieser Ausruf kommt: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“ Ich will darauf vertrauen, dass Gott meinem Mangel an Vertrauen aufhilft. Ich will darauf vertrauen, dass eine andere Welt möglich ist, auch wenn so vieles dagegen spricht.

 

Ich vertraue darauf, dass wir Menschen genug guten Willen aufbringen, dass wir den Klimawandel begrenzen können, dass wir diese Schöpfung bewahren. Ich vertraue darauf, dass wir auf Erden friedlich zusammenleben können, ohne Hass, ohne Gewalt, und dass es gerecht zugehen kann, dass alle genug zum Leben haben hier bei uns und weltweit. Ich vertraue darauf, dass Gott mich herausreißt aus meinen Ohnmachtsgefühlen, aus meiner Resignation und meiner Lethargie, dass er mir zeigt: Ich, wir können etwas bewirken! Ich vertraue darauf, dass Gott es gut mit uns meint und dass er es gut mit uns hinausführen wird, auch wenn es mir manchmal so unheimlich schwer fällt, daran festzuhalten.

Gott, ich glaube, hilf meinem Unglauben.

Uli Willmer

Ehem. Vorsitzender der Landesjugendkammer