Netflix bringt Gott ins Wohnzimmer

Am Lagerfeuer gemeinsam Lieder singen, den Tag mit Spielen und Aktionen verbringen, Freundschaften schließen und im nächsten Jahr bestimmt wiederkommen. Wer kennt das nicht von Zeltlagern, Konfi-Camps oder anderen EJ-Freizeiten. Auch mir kommt das bekannt vor. Klar, dass bei der Suche nach einer Abendunterhaltung ein Film, der Ähnliches verspricht, auf meiner Liste landet. Aber nicht nur Freizeit­emotionen werden mir im Trailer versprochen, sondern auch eine Mischung aus „High School Musical“ und „Rock Camp“. Umso überraschender ist der Film. Nicht die Story, nicht die Personen, aber die Musik. Statt Teenie-Liebessongs, gibt es Lobgesang auf Gott mit Ohrwurm-Potenzial.

„A week away“ heißt der Film. Kurz gesagt geht es um Will, der statt in Jugendhaft in einem christlichen Sommercamp landet und dort endlich Freunde, Zugehörigkeit und ein Zuhause findet. Klingt kitschig und ist es auch. Zwischendrin schafft es der Film, über die Songs die frohe Botschaft einzubinden. „Gott liebt dich und hat dich genau richtig geschaffen“, „mit ihm an meiner Seite kann ich meinen Platz im Leben finden“, „egal wer du bist, in Gottes großem Haus ist Platz für alle“ ist in den Liedern zu hören. Trotzdem kommt der Film ohne missionarischen Touch aus. Niemand im Camp will Hauptfigur Will von irgendwas überzeugen, außer davon, dass er eine zweite Chance verdient hat. Gott, Glaube und Religion sind ganz natürlich Teil des Camps, der Lieder und des Films.

Nach dem Trailer hatte ich das nicht erwartet. Natürlich wird auch das Versprechen nach seichtem „High School Musical“-Flair erfüllt und auch die dazugehörige Teenie-Romanze kommt nicht zu kurz. Trotzdem: Erfrischend wie Netflix mit „A week away“ Gott ins Wohnzimmer bringt und vielleicht sogar jungen Menschen Lust auf eine EJ-Freizeit macht.

 

Daniela Schremser