Ökumenische Kampagne der beiden großen christlichen Jugendverbände

EJB und BDKJ Bayern starten gemeinsame Kampagne, um junge Menschen zur Kommunalwahl 2026 zu motivieren.

 

Die Evangelische Jugend in Bayern (EJB) und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Bayern starten mit „Ein JA(hr) für Demokratie“ eine gemeinsame Kampagne für gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Beteiligung. Ziel ist es, junge Menschen zu ermutigen, Demokratie zu leben und zu gestalten – im Alltag, in ihren Verbänden und mit Blick auf die Kommunalwahl im März 2026.

 

Demokratie braucht Engagement

„Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie lebt davon, dass Menschen sich immer wieder bewusst für sie entscheiden“, betonen die beiden Vorsitzenden der Jugendverbände, Malte Scholz (EJB) und Florian Hörlein (BDKJ). „Die Kommunalwahl 2026 ist eine tolle Chance, genau das zu tun und mitzuerleben, wie das eigene Kreuzchen einen Unterschied in der eigenen Gemeinde macht.“ Gerade wenn demokratische Werte unter Druck geraten, sei es wichtig, junge Menschen zu stärken, ihre Stimme zu erheben und Verantwortung zu übernehmen. Jugendverbände sind Demokratie im Kleinen: Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, Verantwortung geteilt, Kompromisse gefunden. „Demokratie kann man nicht verordnen, aber man kann Begeisterung dafür wecken“, so eine der Initiator:innen Katrin Ascher (Vorstandsmitglied des BDKJ Bayern). Die Kampagne schafft Räume, in denen junge Menschen demokratische Prozesse erleben, diskutieren und mitgestalten können.

 

Statements von Vertreter:innen beider Kirchen

Zum Start der Kampagne äußern sich auch Vertreter:innen beider Kirchen wie folgt:

„Die Demokratie ist ein kostbares Gut. Um kostbare Dinge muss man sich gut kümmern. Die Demokratie braucht den Einsatz von uns allen – in den Familien, in der Kirche, in den Verbänden. Die Demokratie braucht besonders den Einsatz junger Menschen, weil sie diese Demokratie auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten gestalten und bewahren werden.“
Christian Kopp, Landesbischof der Evang.-Luth. Kirche in Bayern

„Demokratie lebt davon, dass Menschen sich einbringen – mit ihrer Stimme, ihren Ideen und ihrem Mut, Verantwortung zu übernehmen. Als Kirche fördern wir Orte lebendiger Demokratie, in denen auch junge Menschen erfahren: Beteiligung lohnt sich – meine Stimme zählt, mein Handeln gestaltet Zukunft. Ich wünsche mir, dass viele junge Menschen diese Chance ergreifen, unsere Gesellschaft mitzugestalten – getragen von dem Vertrauen, dass Gott uns zur Verantwortung füreinander beruft.“
Dr. Annekathrin Preidel, Präsidentin der Landessynode in der Evang.-Luth. Kirche in Bayern

 

„Demokratie ist keine ‚gmahde Wiesn‘, sondern braucht immer neu ein aktives Mittun. Gerade für junge Menschen, ist es wichtig, sich zu organisieren und zu engagieren. Deshalb unterstütze ich sehr gerne die gemeinsame Kampagne von EJB Bayern und BDKJ Bayern für ‚Ein JA(hr) für Demokratie‘. In unseren Jugendverbänden lernen junge Menschen, verschiedene Perspektiven zu diskutieren, zu differenzieren, Positionen zu entwickeln, zu wählen und Verantwortung zu übernehmen. Diese Erfahrungen sollen in die gesamte Gesellschaft hineinwirken. Deshalb rufe ich alle jungen Menschen auf, sich – auch bei der bayerischen Kommunalwahl 2026 – aktiv für eine zukunftsfeste Demokratie einzusetzen.
Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising / Vorsitzender der Freisinger Bischofskonferenz

 

„Für mich ist es ganz wichtig, dass Demokratie von den Menschen lebt, die sich einbringen – und das muss gar nicht die große Politik sein: Wir haben jetzt Kommunalwahlen und es ist wichtig, dass man vor Ort den Kontakt hält, auch zu den Kommunalpolitikerinnen und -politikern, dass man ihnen Unterstützung signalisiert, und dass man sich selbst einsetzt für demokratische Mitbeteiligung in allen Formen, die es gibt.“
Christian Gärtner, Vorsitzender des Landeskomitees der Katholiken in Bayern

 

Demokratiereport zeigt aktuelle Herausforderungen im Freistaat

Der im Oktober 2025 von Landtagspräsidentin Ilse Aigner vorgestellte Demokratiereport Bayern bestätigt diese Dringlichkeit: Während 98 Prozent der Befragten Demokratie für wichtig halten, sinkt die Zufriedenheit mit ihrer konkreten Umsetzung. Besonders das Vertrauen in politische Institutionen nimmt ab – beim Bayerischen Landtag um 8 Prozentpunkte auf 52 Prozent. Zugleich beklagt ein Drittel der bayerischen Befragten fehlende Nähe der Politik zu den eigentlichen Themen der Bürger:innen.

„Diese Zahlen zeigen: Es gibt einen starken Wunsch nach demokratischer Teilhabe, aber zu wenig Gelegenheiten, sie zu erleben“, so die Initiator:innen der Kampagne.

 

Genau hier setzt „Ein JA(hr) für Demokratie“ an: Jugendverbände sind Demokratie im Kleinen – Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, Verantwortung geteilt, Kompromisse gefunden. „Demokratie kann man nicht verordnen, aber man kann Begeisterung dafür wecken und Selbstwirksamkeit erfahrbar machen.“ Die Kampagne versteht sich als Antwort auf sinkende Vertrauenswerte und als Einladung, aktiv Verantwortung zu übernehmen – auch um demokratische Werte gegen Extremismus zu verteidigen.

 

Praxisnahe Materialien für die Arbeit vor Ort

Herzstück der Kampagne ist eine kostenfreie Methodensammlung mit Ideen, Spielen und Handreichungen, die Demokratie greifbar machen. Sie umfasst Veranstaltungen für junge Erwachsene ebenso wie Gruppenstunden oder Planspiele zu politischen Prozessen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Die Materialien unterstützen dabei, Beteiligung sichtbar und spürbar zu machen und politische Bildung in den sozialen Medien zu fördern.

 

Das Starter-Kit zum Kampagnenauftakt enthält bereits zentrale Inhalte – weitere Methoden werden in den kommenden Monaten laufend auf der eigenen Homepage ergänzt. Dort finden sich auch Social-Media-Vorlagen und Praxisbeispiele. Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, kann den Newsletter abonnieren.

 

Im Starter-Kit enthalten:

  • Sammlung von Spielen, die sich Jugendgruppen ausleihen oder kostenlos downloaden können
  • Drei Beispielformate mit Methoden/Veranstaltungen für junge Menschen
  • Social-Media-Vorlagen für die eigene Kommunikation
  • Gesprächshilfe „How to talk to Politiker:innen“
  • Beispiel für Anschreiben an Politiker:innen
  • Handout mit fünf Punkten, wie man auf rechtspopulistische Aussagen reagieren kann

 

Beteiligung konkret fördern

„Jugendverbände sind Orte, an denen junge Menschen Demokratie lernen und leben. Dieses Potenzial wollen wir stärken – gerade jetzt, wo gesellschaftliche Spannungen zunehmen und populistische Stimmen lauter werden“, erklären die Verantwortlichen. Die Kampagne richtet sich auch an kirchliche Akteur:innen: Pfarrgemeinderäte, Gruppenleitungen und Engagierte vor Ort können mithelfen, Räume für Beteiligung zu öffnen. 2026 stehen Kommunalwahlen und Pfarrgemeinderatswahlen an – zwei Gelegenheiten, Demokratie konkret zu fördern. EJB und BDKJ laden Gemeinden, Jugendgruppen und kirchliche Einrichtungen ein, das JA(hr) für Demokratie mitzugestalten. „Demokratie lebt davon, dass Menschen sich begegnen, zuhören und Verantwortung übernehmen. Mit dieser Kampagne wollen wir Lust machen, genau das zu tun.“

Hintergrund

„Ein JA(hr) für Demokratie“ ist eine gemeinsame Kampagne der Evangelischen Jugend in Bayern (EJB) und des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Bayern. Sie richtet sich an junge Menschen, Gruppenleitungen, Gemeinden und Engagierte in der kirchlichen Jugendarbeit und zeigt mit kreativen Methoden und praxisnahen Materialien, wie Demokratie im Alltag erfahrbar wird.

 

Kontakt EJB
Patrick Wolf, Referent #Kommunikation #Öffentlichkeitsarbeit #ejb
patrick.wolf@elkb.de

Kontakt BDKJ
Michael Goldhammer, Referent für Öffentlichkeitsarbeit
michael.goldhammer@bdkj-bayern.de

 

Über die beteiligten Jugendverbände

Die Evangelische Jugend in Bayern (EJB) ist der Dachverband der Evangelischen Gemeindejugend und weiterer sechs Mitgliedsverbände. Das gemeinsame Ziel ihrer Arbeit besteht darin, als mündige und tätige Gemeinde Jesu Christi das Evangelium von Jesus Christus den jungen Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit zu bezeugen. Die EJB erreicht mehr als 250.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit ihren Angeboten. 17.500 ehrenamtliche Mitarbeiter:innen engagieren sich dabei in den 3.000 regelmäßig stattfindenden Gruppen und/oder bei über 6.000 Angeboten und Aktionen: Sie leiten Kinder- und Jugendgruppen, organisieren Freizeiten, helfen in Konficamps oder in Schüler:innen-Treffs, organisieren Jugendgottesdienste und übernehmen Verantwortung in den Gremien der EJB, wo sie u. a. kirchen- und gesellschaftspolitisch aktiv sind. Dadurch machen sie evangelische Jugendarbeit lebendig, wahrnehmbar und abwechslungsreich.

 

Der BDKJ Bayern ist Dachverband katholischer Jugendverbandsarbeit in Bayern. Erreicht wurden mit den offenen und gruppenbezogenen Angeboten sowie mit Veranstaltungen 624.532 Teilnehmer*innen. Alle Zahlen der Leistungsstatistik: http://www.bdkj-bayern.de/landesstelle/leistungsstatistik/