Mit einem Tretbulldog, einer Axt, einem Adventskranz und sechs Stunden Video-Schnitt wurde der Maibaumblues überwunden.

Per Tretbulldog zur Hoffnung

Die Landjugend überwindet den Maibaum-Blues.

 

Schon im zweiten Jahr müssen Jugendliche auf das Aufstellen des Maibaums verzichten – eines ihrer wichtigsten und schönsten Erlebnisse. Seit jeher sind die Tage und Nächte vor dem 1. Mai gefüllt von Spaß und gemeinsamer Arbeit. Aussuchen, fällen, transportieren, schmücken, bewachen und aufstellen des Baums, das bedeutet Identität und Gemeinschaft, Anerkennung und das Gefühl von Heimat. „Hier bin ich, hier darf ich sein.“

 

Melancholie in Hoffnung verwandeln

Die Melancholie, die aus diesem Verzicht entsteht, hat der Kreisverband Weißen­burg der Evang. Landjugend (ELJ) in einem Kurzfilm eingefangen und in Lachen verwandelt. Lachen ist Seelsorge. Lachen produziert Glückshormone. Lachen verwandelt Melancholie in Hoffnung. Diese „Seelsorge“ wirkt doppelt. Sie tröstet und weist den Weg.

 

Die ELJ stellt coronakonform einen Maibaum auf.

„Wir schreiben das Jahr 2021. Ganz Bayern ist in festem Griff von Corona. Ganz Bayern? In Franken gibt es einen ELJ-Kreisverband, der sich nicht unterkriegen lässt. Jugendliche stellen ihren Maibaum trotzdem auf.“ Dies geschieht coronakonform, lustig und klug. Dreizehn Leute, ein Tretbulldog, eine Axt, ein Adventskranz und mehr als sechs Stunden Videoschnitt schaffen die Gewissheit: Landjugend ist, wenn’s trotzdem klappt. Dokumentiert wird es in einem fünf Minuten und dreizehn Sekunden Videofilm.

 

Die Seele heilt, weil es Hoffnung gibt.

Der Nürnberger Sozialwissenschaftler Michael Domes vergleicht in seinem Text „Recovery und Soziale Arbeit: Hoffnung Macht Sinn“ den Weg junger Menschen mit einer Heldenreise und einer Suche mit vielen Herausforderungen. Wer zurückkehrt, ist um viele Erfahrungen reicher und kann davon erzählen. Die Helden der ELJ Weißenburg tun genau das. Sie haben sich dem Verzicht gestellt, den der Schutz vor Corona ihnen abverlangt. Sie haben das weit verbreitete Gefühl der Ohnmacht überwunden. „Hoffnung ist die virtuelle Präsenz eines künftig Guten schon in der Gegenwart“, schreibt der Philosoph Hans Joas. Die Seele heilt, weil sich Hoffnung als präsent und wahr erweist. Die Helden des ELJ-Kreisverbands Weißenburg sind so zu Seelsorgern geworden.

 

Manfred Walter
Landessekretär ELJ

Link zum Film: https://vimeo.com/542043919