Planlos? Nicht mit uns!
An der Kirchenkreiskonferenz Regensburg drehte sich alles um komplexe Spiele in der Jugendarbeit
Escape Rooms, Planspiele und gesellschaftliche Konflikte – bei der Kirchenkreiskonferenz der Bezirke Niederbayern und Oberpfalz in Plattling drehte sich alles um komplexe Spiele in der Jugendarbeit. 30 Delegierte erlebten hautnah, wie spielerische Methoden Gruppen zusammenschweißen und neue Perspektiven eröffnen.
Der SpielRaum des Kreisjugendrings Deggendorf hätte kaum besser zum Thema passen können: Vom 14. bis 16. November trafen sich die Delegierten und Gäste der Dekanatsjugenden aus Niederbayern und der Oberpfalz zur Herbstkonferenz 2025. Statt klassischer Vorstellungsrunden und Powerpoint-Präsentationen wartete auf die Teilnehmenden ein Wochenende, das Theorie und Praxis auf ungewöhnliche Weise verknüpfte.
Rätsel in Übernachtungszimmern
Der Freitagabend startete mit einer Premiere: Fünf Gruppen verteilten sich auf die Übernachtungszimmer – und fanden sich plötzlich in Escape Rooms wieder. Knifflige Rätsel forderten nicht nur logisches Denken und Teamwork, sondern vermittelten gleichzeitig Wissenswertes über das gastgebende Donaudekanat und die Evangelische Jugend Regensburg. Was sonst in zwei getrennten Programmpunkten stattfindet – Kennenlernen und Dekanatsvorstellung – verschmolz zu einem intensiven gemeinsamen Erlebnis. Die Resonanz war eindeutig: Die Escape Rooms kamen super an und ließen die Teilnehmenden spielerisch ins Konferenzthema eintauchen.
Wenn Clans um Ressourcen kämpfen
Am Samstagvormittag ging es in die Tiefe: Im Planspiel „Luminara“ schlüpften die Delegierten in verschiedene Rollen und erlebten, wie Clans um knappe Ressourcen konkurrieren. Mini-Spiele bestimmten über Gewinn und Verlust, Allianzen wurden geschmiedet und wieder aufgelöst. Was zunächst nach Unterhaltung klang, zeigte schnell seine ernste Seite: Die Teilnehmenden spürten am eigenen Leib, wie Rollenverteilungen Perspektiven prägen und wie schwer faire Lösungen in komplexen Systemen fallen.
Am Nachmittag folgte die Reflexion: Ein theoretischer Input ordnete das Erlebte ein und zeigte auf, welche Potenziale komplexe Spiele für die Jugendarbeit bieten. Dann wurden die Delegierten selbst zu Spieleentwickler:innen. In Kleingruppen entstanden eigene Planspiele, die vielleicht schon bald auf Freizeiten, Konventen oder anderen Veranstaltungen zum Einsatz kommen. Die Ideen reichten von gesellschaftspolitischen Simulationen bis zu erlebnispädagogischen Konzepten.
Zwischen Agapemahl und Geschäftsordnung
Der Samstagabend gehörte der Spiritualität: Beim gemeinsamen Agapemahl fand die Gruppe einen ruhigen Moment der Besinnung. Am Sonntagvormittag stand dann der geschäftliche Teil auf dem Programm – mit Berichten aus dem GA, von den Bezirksjugendringen und der Landesebene. Auch die Planung der Frühjahrskonferenz 2026 wurde in Angriff genommen.
Die Kirchenkreiskonferenz zeigte eindrücklich, wie inhaltliche Arbeit und spielerische Methoden Hand in Hand gehen können. Dass dabei nicht nur gelernt, sondern auch gelacht wurde, machte das Wochenende in Plattling zu einem Erlebnis, das die Teilnehmenden mit frischen Ideen und neuen Impulsen nach Hause fahren ließ.
Tobias Bernhard
Kirchenkreisbeauftragter
Fotos: Patrick Wolf