Sprache üben!

 „ÜBEN – 7 Wochen ohne Stillstand“ 

 

Sprache ist etwas über lange Zeit Tradiertes. Veränderungen herbeizuführen ist oft ein langwieriger Prozess. Und so finden sich in unserer Sprache immer wieder veraltete Rollenbilder und Formulierungen, die zu Ausgrenzung und Diskriminierung führen. Daher lohnt es sich, der eigenen Sprache mal ein bisschen hinterher zu spüren.

Die diesjährige Fastenaktion der Evangelischen Kirche in Deutschland ist dafür eine gute Gelegenheit. Unter dem Motto „Üben – 7 Wochen ohne Stillstand“ können wir die Zeit bis Ostern gut nutzen, uns unterschiedliche Bereiche in unserem Leben anzusehen, damit es nicht zu einem Stillstand kommt. Ein Lernfeld kann hierbei unsere Sprache sein.

 

Veränderung durch Sprache 

 

Bei Sprache „schwingt“ immer etwas mit! Geschlechtergerechte und inklusive Sprache zeugt von Respekt und Wertschätzung. Und Sprache hat Einfluss. Sie kann die Chance sein, etwas in unserer Gesellschaft zu verändern.

 

Achtet auf die Sprache!

 

Wir wollen Euch ermutigen, in den kommenden Wochen ganz bewusst auf Eure Sprache zu achten, sie zu reflektieren und gegebenenfalls anzupassen. Am Anfang fällt es sicherlich schwer, seine Sprachgewohnheiten umzustellen. Daher heißt es: „Üben, üben, üben!“

 

Wir haben noch einige Tipps für Euch:

 

  • Gendern: Seit einigen Jahren wird viel über das Thema „Gendern“ diskutiert. Es geht darum, patriarchalische Formulierungen aufzulösen und eben alle Geschlechter anzusprechen. Dabei rückt nicht nur die Gleichberechtigung der Frauen in der Sprache in den Vordergrund, sondern auch die, die sich nicht eindeutig einer männlichen oder weiblichen Identität zuordnen können. Das gilt zum Beispiel für Intersexuelle, Bi-Gendered oder Transgender-Personen.

 

  • Der Gender-Doppelpunkt kann ganz einfach zwischen der männlichen und der weiblichen Schreibweise eines Wortes eingefügt werden. Damit werden existierende Geschlechter, die bisher nicht sichtbar waren, sichtbar gemacht. Der Doppelpunkt symbolisiert zum einen, die schon immer fließenden Übergänge zwischen „männlich“ und „weiblich“. Er macht zum anderen deutlich, dass es Überschneidungen und Wanderungen zwischen den gesellschaftlich bekannten Geschlechtsidentitäten gibt. Zum Beispiel: Mitarbeiter:innen, Leiter:in

 

  • Verwendet geschlechtsneutrale Formulierungen, wie „Alle“ statt „Jede:r“ – das erleichtert manchmal die Lesbarkeit.

 

  • Nutzt Adjektive, wie „studentische Mitarbeit“ statt „Mitarbeit von Student:innen“, Passivformen, wie „Für die Bewerbung muss ein Antrag ausgefüllt werden“ statt „Die Bewerber:innen müssen einen Antrag ausfüllen“ oder das Partizipium Perfekt, wie „geleitet von“ statt „Leiter:in“.

 

  • Symmetrie: Alle erwähnten Personen sollen, wenn möglich, in Bezug auf Anredeformen, Titel und Namen symmetrisch benannt und gleichwertig dargestellt werden: „Der Landesjugendpfarrer Tobias Fritsche und seine Stellvertreterin Gabriele Bruhns wurden begrüßt.“ statt „Der Landesjugendpfarrer Tobias Fritsche und seine Stellvertreterin wurden begrüßt.“

 

  • Inklusive Sprache: Inklusiv zu sprechen und zu schreiben bedeutet mehr, als nur auf das Gendern zu achten. Eine inklusive Sprache verwendet keine Stereotype oder Rollenklischees, beziehungsweise darf dies nicht unhinterfragt geschehen. Zum Beispiel: „Das starke/schwache Geschlecht“, „Das ist schwul“, „Heulsuse“

 

Alexandra Gußner
Praktikantin im Öffentlichkeitsreferat

 

Fastenaktion der Evangelischen Kirche in Deutschland

 

Immer dieses gendern – Ein Kommentar

 

Foto: istock/Anastasiia-Yanishevska