Zukunft ist kein Zufall – Generationengerechtigkeit jetzt!

FÖJ-Sprecher:innen diskutieren mit Vertreter:innen aus Politik und Kirche

 

Unter dem Motto „Zukunft ist kein Zufall – Generationengerechtigkeit jetzt!“ diskutierte das FÖJ-Forum der Evangelischen Jugend in Bayern (EJB) am 30. April 2026 in Nürnberg über Generationengerechtigkeit. Seit Jahren bietet das Forum den Sprecher:innen der Seminargruppen im Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) die Möglichkeit, mit Vertreter:innen aus Politik, Kirche und Jugendverbänden über gesellschaftliche Fragen ins Gespräch zu kommen.

 

Junge Menschen müssen über Zukunftsfragen mitentscheiden

Im Fokus des diesjährigen Treffens stand die Frage, ob heutige politische und gesellschaftliche Entscheidungen zulasten der jungen und kommenden Generationen gehen. Verschobene Klimaziele, neue Milliardenschulden und der fortschreitende Raubbau an Ressourcen prägen die Debatten. Viele junge Menschen fühlen sich dabei übergangen und unzureichend eingebunden.

 

Einen Denkanstoß gab Christian Schroth, Grundsatzreferent des Bayerischen Jugendrings. Er kritisierte, dass junge Menschen bei zentralen Zukunftsfragen kaum mitentscheiden dürfen. Schroth stellte zur Diskussion, ob wir auf Kosten der kommenden Generationen leben und ob Projekte wie der Bau neuer Gaskraftwerke die Chancen auf eine Begrenzung der Erderwärmung gefährden.

 

Herausforderungen und Ansätze der Generationengerechtigkeit

In gemischten Gesprächsgruppen tauschten sich die FÖJ-Sprecher:innen über Herausforderungen und Ansätze in der Generationengerechtigkeit aus. Neben den Landtagsabgeordneten Patrick Friedl und Verena Osgyan (beide Bündnis 90/Die Grünen) nahm auch Ruth Müller (SPD) als Vertreter:innen der Politik teil. Für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) waren die Landessynodalen Sabine Geyer und Justus Koop sowie Wolfgang Schürger, ELKB-Beauftragter für Umwelt‑ und Klimaverantwortung, mit dabei. Im Austausch wurde der Wunsch nach echter politischer Mitbestimmung junger Menschen deutlich. FÖJ-Sprecher Niklas Weinzierl betonte: „Mitbestimmung ist die Grundlage für Generationengerechtigkeit. Nur wenn junge Menschen wirksam in die Politik eingebunden werden, lässt sich verhindern, dass Entscheidungen auf unsere Kosten getroffen werden.“

 

Ein zentrales Ergebnis der Diskussion war die Forderung nach mehr Beteiligung junger Menschen an politischen Entscheidungen – etwa durch ein Wahlrecht ab 16 Jahren. Die Teilnehmenden sprachen sich außerdem für einen „Generationencheck“ bei Gesetzesvorhaben aus, der die Folgen politischer Entscheidungen für kommende Generationen systematisch bewertet. Weitere Forderungen umfassten den Ausbau von Bildungsangeboten und eine stärkere gesellschaftliche Akzeptanz für Proteste gegen Umweltzerstörung und Klimawandel.

 

Generationengerechtigkeit bedeutet, einander zuzuhören

Lenja Brinkmann, ebenfalls FÖJ-Sprecherin, hob die Bedeutung des Dialogs zwischen den Generationen hervor: „Generationengerechtigkeit bedeutet für mich, einander zuzuhören. Junge sollten die Erfahrungen der Älteren ernst nehmen – und umgekehrt genauso. Mit Offenheit und Achtsamkeit können wir Lösungen finden, die für alle fair sind.“ Begegnungsformate zwischen den Generationen seien dafür unverzichtbar. Der Landtagsabgeordnete Patrick Friedl schlug in diesem Zusammenhang die Einrichtung eines Zukunftsausschusses im Bayerischen Landtag vor.

 

Einigkeit herrschte darüber, dass das Freiwillige Ökologische Jahr selbst einen wichtigen Beitrag zur Generationengerechtigkeit leistet. Es gibt jungen Menschen die Chance, sich aktiv für Umwelt- und Klimaschutz einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig schärft es das Bewusstsein für globale Zusammenhänge und zeigt, wie stark heutige Entscheidungen die Zukunft beeinflussen.

 

Patrick Wolf
Referent #Kommunikation #Öffentlichkeitsarbeit #ejb

Infobox: Das Freiwillige Ökologische Jahr in Bayern

Das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) in Bayern ist ein Bildungs- und Orientierungsjahr für junge Menschen, meist direkt nach der Schule. Die Freiwilligen arbeiten ein Jahr lang im Natur- und Umweltschutz sowie in der Umweltbildung und sammeln dabei praktische Erfahrungen. Das Jahr verbindet die Mitarbeit in einer Einsatzstelle mit fünf einwöchigen Seminaren. Die Träger organisieren diese Seminare. Sie fördern den Austausch, vermitteln Wissen zu nachhaltiger Entwicklung und unterstützen bei Fragen zur persönlichen Zukunft. In Bayern tragen die Evangelische Jugend in Bayern, der Bund der Deutschen Katholischen Jugend und die BUNDjugend das FÖJ gemeinsam. Alle drei Träger sind mit dem Qualitätssiegel Umweltbildung.Bayern ausgezeichnet.