Zapfhähne

Ach übrigens…

Kommt eine genderbewusste Frau in eine Kneipe und bestellt „eine Radle­rin“! „Tut mir leid“, sagt der Wirt, „die Zapfhenne ist kaputt“!

Über diesen Witz kann sogar ich lachen. Doch es kursieren Witze über die Gender-Sprache, da bleibt einem das Lachen im Hals stecken.

 

Worum geht es? Die Gender-Debatte hat auf einmal Fahrt aufgenommen. Plötzlich tun sich Grabenkämpfe auf. Die einen sehen darin den Untergang des Abendlandes und den Verfall unserer wunderbaren Sprachkultur, für andere ist es fast zur Glaubensfrage geworden – sie gendern ohne Wenn und Aber. Grundsätzlich finde ich, ist unsere Gesellschaft sensibler geworden. Man (oder heißt es nicht auch frau?) hat erkannt, dass Sprache Geschlechter diskriminieren und Rassismus fördern kann. Deswegen plädiere ich in jedem Fall für einen bewussten Umgang mit der Sprache.

 

Die Genderdebatte angebracht und richtig.

Wenn Sprache verletzend oder ausgrenzend ist, muss sich meines Erachtens sogar etwas verändern. Deshalb ist für mich die Genderdebatte angebracht und richtig. Wenn diese ohne Polemik geführt wird, lässt sich auch Diskriminierung aufspüren. Ob Unterstrich, Sternchen oder Doppelpunkt, es geht darum, gemeinsam um Lösungen zu ringen und Ausgrenzungen sichtbar zu machen. So kann sich auch die innere Haltung verändern.

 

Die Sprache zu gendern, bedeutet durchaus Arbeit – davon können wir auch in der zett-Redaktion ein Lied singen. Es bedeutet vor allem, sich mit dieser besonderen Thematik auseinanderzusetzen. Dabei dürfen wir gerne Fehler machen. Auf jeden Fall sollten alle etwas entspannter bleiben.

 

Christina Frey-Scholz

 

Die Evangelische Jugend in Bayern hat einen Leitfaden zum gendergerechten Sprachgebrauch entwickelt.